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understanding the algorithm, part I: i‘m more than a decision
Laura Därr
Kunsthochschule Kassel
2024
Laura Därr
Kunsthochschule Kassel
2024
Für Laura Därr wird die Kopie selbst zum Thema und künstlerischen Mittel in der Auseinandersetzung mit den Wechselwirkungen zwischen digitaler und realer Identität. Digitale Suchergebnisse des eigenen Namens evozieren gleichzeitig Fremdheit und Wiedererkennen. Für die Arbeit “understanding the algorithm” stellt Laura Därr den digitalen Content von gleichnamigen Personen nach und spielt diese Inszenierungen ins Netz zurück. Diese Art der Infiltration der Algorithmen entspricht der Methodik der übergeordneten Recherche, die das Internet als künstlerisches Display untersucht und Möglichkeiten auslotet, wie sich Künstler:innen diesen Raum über die Vermarktung hinaus aneignen und kontrollieren können.






N.B. Spiders
Kunsthochschule Kassel
2024
Kinky Karaoke Death Dungeon ist eine interaktive, immersive Soundinstallation. Eine regelbasierter Score führt zwei Teilnehmer*innen durch eine reaktive Klanglandschaft, in der queere, spielerische Erlebnisse durch Sprechen und das Ziehen von Tarotkarten eröffnet werden. Die Stimmen der Spieler*innen werden live transformiert und switchen und verbiegen sich zwischen verschiedenen Geschlechts-Expressions. Innerhalb des Stücks verhandeln die Spielenden Konsens und werden eingeladen, mit ihren (Körper-)Stimmen zu experimentieren.






Áron Farkas
Kunsthochschule Kassel
2024
Zwei Außenseiter*innen treffen sich immer an demselben Ort, um dort gemeinsam einsam zu sein. Zwischen der Monotonie des Alltags und dem Gefühl, nirgendwo richtig hinzugehören, sind sie füreinander da.






Ausstellung „DejaVu Tabula Rasa“ und Kurzfilm „Spiders of the Alps“
Anja Kellner
Kunsthochschule Kassel
2024
Anja Kellner
Kunsthochschule Kassel
2024
Ich erschaffe keine Räume. Nie gegenwärtig und immer da, seit 14 Mrd. Jahren, die zeitliche Räumlichkeit. Subchronische, depersonalisierte Lebensnotwenigkeit in Milliarden, bevölkert von jenen, umkämpft. So auch von mir. Für Kunst und Eigen-Sinn eigne ich öffentliche Zeit-Räume an, die anderen sind entweder zu unsichtbar oder zu teuer, mit Blut getränkt und Körpern begraben. Notgedrungen und schlecht vorbereitet krieche ich im Versorgungstunnel der institutionellen Gewalt, schiebe meinen Kram voran und halte eine Schippe Resilienz dagegen. Der Definition nach sind die Öffentlichen „für alle hörbar, sichtbar, nicht geheim wie das Ärgernis und für die Allgemeinheit zugänglich, nutzbar“. Grandios, der beispielhafte Bezug zum Ärger. Entsprechend den unsozialen Netzwerken, in denen alle gemein(t) sind. Letztlich stellst du dich aus. Eine hoffentlich klügere, objekthafte Variante von dir. Gewiefter als du und ich, kann das Es dem Autor entkommen und qualifiziert sich so, um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Sich Entkommen, das wäre beidem, dem Autor seinem Werk, zu wünschen. Doch zuvor Schleppen wir die Dinge und uns herum. Der Transport ist daher das wesentliche Thema. Er ist das Leben selbst. Bewegungswesen bewältigen ihren Elektronenfluss. Alles ist Transfer. Prozess. Stillstand ist der Tod. Und die Zeit, dieser befremdliche Raum zerstört alles. Es und er sind das Gewicht der Zeit im Kosmos, das diesem die Endlichkeit aufzwingt. Unser Stillstand bewegt sich auf uns zu, bohrt sich in uns hinein. Wir sind sein Resonanzkörper, seine Masse zerdrückt das größte Organ, seine Ketten quetschen und werfen Falten und Hämatome. Gewichtige Performance synchron getaktet. Wir sind Uhren und wir bauen Uhren.“
Ausstellung „DejaVu Tabula Rasa“
12.–29.01.2024
Programm: Installationen zum rasenden Stillstand, zur Prokrastionation und zur Endzeit
12.01.2024, 19 Uhr
17.01.2024, 19 Uhr
19.01.2024, 19 Uhr
24.01. 2024, 19 Uhr
26.01.2024, 19 Uhr
Performance „Gravity of Time“
28.01.2024, 19 Uhr
Workshop „Photons and Time of Flight – Lidare mit Solarzellen betreiben“
29.01.2024, 10 Uhr
Erweiterte Öffnungszeiten auf Anfrage an:
Instagram: @zwischen0und1
Ort
Kunstbalkon
Frankfurter Str. 62
34121 Kassel
Links
klassespehr.de
kunstbalkon.de
Text zu „Spider of the Alps“:
„Wer hat Angst vor den zitternd-stromgierenden LED Spinnen?
In dieser Mockumentary wird Tradition und Tierwohl bei der Haltung der Leuchtdioden-Spinnen hinterfragt. In einem menschenentleerten Zeitalter auf dem sich die saftigen Windowshügel auf dem Macintosh breit machten, zogen Watt-hungrige Spinnentiere umher. Die Lösung war eine Domestizierung, auf die der Almauftrieb und die Befestigung der Glocken folgte, zur Kontrolle und Überwachung diese energiefressende Bedrohung. Aber ist diese Praxis, die längst zur Tradition geworden ist, noch tragbar? Gelehrte, wie Philip K. Dick stellten bereits diese tiefgreifende Frage nach den Träumen elektronisch-einfacher Lebensformen. Obgleich er ein Mensch war, steht diese Frage heute mehr den je im Fokus der intelligent-künstlichen Zivilisation.








Till Krüger
Kunsthochschule Kassel
2024
Mykket Morton. Vier junge Musiker, eine Band. Ihr großer Traum: Erfolgreich sein und von der Musik leben können. ACH UND KRACH ist das Porträt einer weitgehend unbekannten Band in einer Stadt in Deutschland. Junge Männer, die sich mit Nebenjobs über Wasser halten und für die Musik leben; deren Partnerschaften, Freundschaften und Familien oft zum Nebenschauplatz werden, wenn das Projekt Band einen Großteil der freien Zeit vereinnahmt. Wie weit ist jeder einzelne bereit, für persönliche Erfüllung und Erfolg zu gehen?



Lea Rist
Kunsthochschule Kassel
2024
Saisonarbeit in Deutschland hat eine tief verwurzelte „Tradition“. Die Nutzung von Menschen aus den Ostregionen als „billige Arbeitskraft“ ebenso. Ein gängiges System mit repetitiven Strukturen, die grundlegend für die Migrations- und die damit verbundenen Arbeitsmarktpolitik sind, die seit über 150 Jahren mit immer denselben Fragen und Antworten geführt wird. Die Arbeit „Erntefrisch“ hinterfragt diese Kontinuitäten am aktuellen Beispiel von rumänischen Erdbeerpflücker_innen und setzt sie in Verbindung mit den historischen „Nutzungsmustern“ von Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Dabei handelt es sich um einen ethnisierten Arbeitsmarktsektor, bei dem migrantische Arbeitskräfte als flexible Reserve-Armee gesehen werden und systematischer Benachteiligung sowie Diskriminierungsstrukturen unterliegen, die bis heute fortwirken.






Jo Brummack
Kunsthochschule Kassel
2022
Drei Kanal Video und Sound Installation Farbe, Sound, 16:21
2022
Wie schreiben sich traumatische Verletzungen in Körper ein? Welche Auswirkungen haben Traumata auf die Wahrnehmung von Körper, Raum und Zeit? Diese Fragen ziehen sich durch Tangible Intangible. Die Video und Sound Installation zentriert Verletzlichkeit und Sinnlichkeit als Bedingungen des Lebens. Gleichzeitig werden gesell- schaftliche Kategorien wie Spezies, Race, Gender und Be_hinderung, welche die Verletzlichkeit von Lebewesen bestimmen, miteinander in Verbindung gebracht.
Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Beschäftigung mit der Arbeit meiner Mutter Andrea Brummack, die Trauma- therapeutin ist. Sie arbeitet mit der Methode Touch Trains, die auf den Regeln der Haptik basiert. Der haptische Sinn ist der grundlegende Beziehungssinn zur Welt ebenso wie zu sich selbst. Er umfasst den Hautsinn, die Tiefensensibilität und das Gleichgewicht. Die Touch Trains Methode spricht die Haptik durch die Arbeit mit Tonerde an und bietet so die Möglichkeit, über die eigene Bewegung, organisch und nonverbal, neue Wege zu finden.
Als tastend und organisch lassen sich auch die Bilder von Tangible Intangible beschreiben, die sich in sanftem Rhythmus über drei Screens bewegen. Interviewszenen, dokumentarische Aufnahmen von Therapiesitzungen, verzerrte Nahaufnahmen von Berührungen, sowie Textpassagen ergeben eine Erzählung über Trauma als Zustand, von dem aus agiert werden kann, anstatt etwas, das es bloß zu überwinden gilt. In Kombination mit der von Cat Woywod komponierten Soundkulisse entsteht eine multisensorische Gesamtkomposition.
Tangible Intangible wurde durch ein Projektstipendium der HAB Hessen Abschlussförderung unterstützt.




Fabian Heller
Kunsthochschule Kassel
2023
Das Projekt „Post-Monolithic Camouflage“ ist eine Suche nach Möglichkeiten, Bilder der Natur zu erschaffen, die ihrem dynamischen und ständig wandelnden Charakter gerecht werden. Im digitalen Zweig des Projektes kommt dabei vor allem die KI Technik des Inpainting zum Einsatz.
Inpainting ist eine Technik, bei der fehlende Teile eines Bildes mithilfe von KI ergänzt oder neue Elemente nahtlos in das Originalbild zu integriert werden. Diese Technik ermöglichte die Erstellung von Videoloops, die visuell die Teile der Landschaft oder Natur ergänzen, die vom Bildschirm verdeckt sind. Diese Bilder sind hierbei weniger „realistische“ Darstellungen der Landschaft, sondern eher visuelle Impulse, die auf der Stochastik einer KI basieren. Diese KI stellt fortwährende Vermutungen über die Landschaft, da eine starre Darstellung ohnehin nicht die gesamte Vielfalt einfangen könnte.
Die Arbeit hat keine feste Laufzeit oder Auflösung, sondern kann unendlich oft neu iteriert werden, je nach Ort und verfügbaren Bildschirmmedium. Des Weiteren sind aus den digitalen Bildern analoge Arbeiten in Form von bedruckten Stoffbahnen entstanden. Die Motive entstanden nach gleichem Prinzip wie die bildschirmbasierten Arbeiten, behalten jedoch eine gewisse Dynamik durch ihre materiellen Eigenschaften bei. Eine weitere tiefer gehende Erforschung von natürlicher Veränderung fand außerdem mit der Arbeit „Polyxlon“ statt. Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine aus rein biologischen Materialien gefertigte Holzstele. Aufgrund dieser Materialien unterliegt sie einem ständigen Wandel und passt sich der Natur an, indem sie im Laufe der Zeit zerfällt, verrottet und Teil der Landschaft wird.








