Das nicht gelebte Leben

Veronika Kieselev, genannt Veve

Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG)

2023

Installation / Mixed Media Raumkollage einer postsowjetischen Küche mit Mobiliar, Wachstuchverkleidung, Fotos, Roman und einer Loop Projektion. Format 16:9, 25fps

Saturn Oppositions (Group Exhibition), Offenbach am Main 2023

Veve begibt sich auf die Suche und reist das erste Mal nach 23 Jahren seit der Aussiedlung 1999 in ihre Geburtsstadt Atbasar in Kasachstan. Sie besucht die russische Seite ihrer Familie, fährt durch die endlose Steppe, lernt die kasachische Kultur näher kennen und besucht Orte, die sie von Fotos oder aus der Erinnerung kennt. Darunter auch die Ruine ihres einstigen Zuhauses am Fluss Zhabay. Das Haus ist über die Jahre mehreren Überschwemmungen zum Opfer gefallen. Ihre Familie mütterlicherseits, die seit Generationen in diesem Haus lebte, ist mit der Aussiedlerbewegung der 1980er-Jahren nach Deutschland immigriert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die sogenannten Wolgadeutschen als Siedler aus dem russischen Wolgagebiet nach Kasachstan deportiert, zu Zwangsarbeit verpflichtet und über Jahrzehnte diskriminiert. Doch auch einmal in Deutschland angekommen, standen sie vor der Herausforderung, ihre Identität zu behaupten. Der Identitätsverlust und die Traumata sitzen tief. Es scheint als seien die Wolgadeutschen Menschen, die ständig auf dem Weg sind.

Instagram: veve.nainn

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