Ein interaktives Virtual-Reality-Erlebnis mit räumlicher Klangkulisse
Es wird eine Geschichte erzählt, die die uns in die Unterwasserwelt eintauchen lässt: wir erleben die Welt aus der Perspektive einer Korallenlarve. Von der Geburt bis hin zum Siedeln im rettenden Riff wird ihre Story durchlebt und Klangphänomene werden erkundet. „Stell dir vor, du bist eine Korallenlarve. Du bist im Riff gezeugt worden und wurdest sofort hinausgetrieben in den Ozean, um in den ersten Lebenstagen Fressfeinden im Riff zu entgehen. Nun bist du etwas gewachsen, du bist stark und kräftig. Und als du die Größe einer Schneeflocke erreicht hast, bist du bereit, die Welt zu erobern. Aber wie um Himmelswillen findest du nach Hause? Dies ist nicht ‚Findet Nemo‘ und es gibt keine freundlichen Meeresschildkröten, die dir den Weg weisen. Das hier ist die echte Welt. Du bist ein kleiner Punkt – verloren in einem großen Ozean.“ Korallenriffe sind das vielfältigste und artenreichste Ökosystem unserer Erde. Nicht nur visuell sind sie einmalig. Je artenreicher und dicht besiedelter ein Riff ist, desto klangreicher ist es – Sound ist also ein entscheidender „Settlement Cue“ (Aoki et al. 2024) von Jungfischen und Korallenlarven. Da Meeresbewohner sich an Schall orientieren, ist die Klangkulisse des Riffs ausschlaggebend, um den Weg nach Hause zu finden. Spatial Audio, also 3D-Klang, verstärkt das Gefühl, in diese fremde Welt eingetaucht zu sein. Klanglandschaften spielen eine wichtige Rolle für unser eigenes Wohlbefinden. Korallenriff-Symphonien sind den meisten Menschen hingegen unbekannt. Schnappen, knallen, knistern, knirschen, blubbern, schaben, brüllen, singen: viele Meeresbewohner erzeugen einzigartige Klänge und einige davon sind sehr laut (Schafer, 1977). Die Unterwasser-Soundscape bietet also ein reiches Repertoir an Klängen und Effekten. Viele davon können wir allerdings erst hören, wenn sie für unsere Ohren aufbereitet wurden. Das Projekt lädt auch dazu ein Unterwasser-Soundscape bewusst zu hören. Korallenriffe sind durch die Erwärmung der Ozeane allerdings stark bedroht: sie bleichen aus und ihre Geräuschkulisse nimmt ab. In 25 Jahren sind sie wahrscheinlich ausgestorben
„Nebenan“ handelt von dem Lokaljournalisten David Reichert, der auf der Suche nach einer Top Story über „verrückte Spinner“ einer autonomen Gemeinschaft beitritt. Dort lernt er den charismatischen Anführer Gideon kennen, der ihn herzlich aufnimmt. Als David die Wahrheit über den gefährlichen Kult aufdeckt, steht er plötzlich vor der Frage, ob er es schafft, diese ans Licht zu bringen, bevor er selbst zum Ziel wird
The Magical Manifesting Mirror ist eine interaktive Installation, die Kunst, Technologie und Psychologie zusammenführt, um das Thema Selbstfindung auf spielerische Weise zu erforschen. Nutzerinnen beantworten sieben tiefgehende Fragen, die jeweils einem Archetyp des Selbst zugeordnet sind. Eine KI analysiert ihre Antworten und generiert daraus eine personalisierte visuelle Darstellung aus Farben, Texturen und Formen. Das Ergebnis ist eine dynamische, sich ständig wandelnde Reflexion, die das Physische mit dem Unterbewussten verbindet und eine immersive Erfahrung bietet. Indem die Selbstentdeckung in einen spielerischen und intuitiven Prozess verwandelt wird, lädt die Installation dazu ein, verborgene Aspekte der eigenen Identität auf kreative und persönliche Weise zu erkunden.
Stell dir vor, du blickst gedankenverloren in den Himmel. Plötzlich siehst du dort oben in einer Wolke die Form eines Tiers. Dieses existiert natürlich nicht wirklich, sondern nur in deiner Wahrnehmung. Das Phänomen, dass wir Menschen in zufällig angeordneten Dingen plötzlich Gesichter, Figuren oder Wesen erkennen hat auch einen Namen: Pareidolie. Wir nehmen Pareidolien wahr, da unser Gehirn ständig dabei ist, unsere Umgebung zu interpretieren. Um etwas zu identifizieren, suchen wir unterbewusst nach uns bekannten Dingen und vergleichen sie mit dem, was wir sehen. Doch dabei können uns auch Fehlinterpretationen unterlaufen. Die interaktive Installation „Pareidolia Postcards“ erforscht ob dieses Phänomen genutzt werden kann, um Kreativität und Vorstellungskraft zu fördern. Können auch künstliche Intelligenzen Pareidolien erkennen? Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt es zwischen menschlicher und maschineller Vorstellungskraft und Wahrnehmung? Mit Handbewegungen und Gesten generieren die Nutzer:innen individuelle Formen, die nach Ablauf einer gewissen Zeit oder zu einem selbst gewählten Zeitpunkt automatisch als Postkarte gedruckt werden. Das entstandene Bild dient dann als Grundlage für eigene Interpretationen. Im Hintergrund analysiert auch eine KI das Bild und liefert drei Interpretationsergebnisse, die auf der Rückseite der Postkarte abgedruckt sind. Die Installation verbindet so menschliche und maschinelle Wahrnehmung und bietet Raum für Vergleich und Diskussion über deren Unterschiede und Übereinstimmungen.
Die 16-jährige Sophie verliebt sich in den 24-jährigen charmanten Malik, der ihr das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Doch was wie eine große Romanze beginnt, wird schnell zum Albtraum: Durch geschickte Manipulation wird sie von ihrem sozialen Umfeld isoliert und in einen Albtraum aus Kontrolle, Abhängigkeit und sexueller Ausbeutung gezogen.
MUCH TOO MUCH — Wann endet das Wenige, und wann beginnt das Zuviel? Für Seray Dalmis gilt: Es kann niemals genug sein. In Kunst, Mode und Lebensgefühl — für sie ist mehr immer besser. In ihrer Abschlussarbeit entführt uns Seray Dalmis in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Fantasie in Licht, Glanz und Klang verschwimmen und lässt uns tief in ihren Kosmos der immersiven Kunst eintauchen. Wo ziehen wir die Grenze zwischen dem Außen und dem Innen? Wo endet das Werk und wo beginnt die Biografie der Künstlerin? In ihrer Arbeit, die als Schnittstelle zwischen visuellem Erlebnis und persönlicher Bewältigungsstrategie fungiert, werden diese Fragen auf poetische Weise erforscht. MUCH TOO MUCH zeigt uns, wie nah Traum und Trauma beieinander liegen und wie schmerzlicher Verlust in erfüllende Schönheit umgewandelt werden kann. Die Arbeit lässt uns eine Welt erleben, in der die überbordende Fülle zur Einladung wird, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und die Grenzen des Möglichen neu zu definieren.
Seray Dalmis 2024, Porträt künstlerische Abschlussarbeit, Südgalerien e.V., MUCH TOO MUCH, KasselSeray Dalmis 2024, Künstlerische Abschlussarbeit, Südgalerien e.V., MUCH TOO MUCH, KasselSeray Dalmis 2024, Künstlerische Abschlussarbeit, Südgalerien e.V., MUCH TOO MUCH, KasselSeray Dalmis 2024, Künstlerische Abschlussarbeit, Südgalerien e.V., MUCH TOO MUCH, KasselSeray Dalmis 2024, Künstlerische Abschlussarbeit, Südgalerien e.V., MUCH TOO MUCH, Kassel
Während der Ernte geht ein Traktor kaputt. Als der bulgarische Gastarbeiter Bojan seinen wohlverdienten Lohn einfordert, weigert sich der Bauer, ihn zu bezahlen. Bojan steht vor einer unmöglichen Wahl zwischen Ohnmacht und einer Entscheidung, die alles verändern könnte.
Die multimediale Rauminstallation „Ich bin ein Kasachstäner!“ von Edgar Schero thematisiert die Rekonfiguration von Erinnerungen und die Konservierung kultureller Narrative in einer globalisierten Welt. Fotografien, Tische mit bedruckten Tischdecken und raumübergreifende Projektionen arrangieren sich zu einem sinnlichen Diskurs, der das Unsichtbare greifbar macht und die Fragmentierung von Identität beleuchtet. Die Installation schafft einen Ort, an dem alte Strukturen in neue Zusammenhänge gesetzt und die Spannungsfelder zwischen Akzeptanz, Abwehr und Segregation erfahrbar werden. Im Fokus steht das kulturelle Kartografieren durch ästhetische und räumliche Übersetzungen von Erinnerung und Verortung. Schero lädt die Besucher:innen ein, durch die visuelle und räumliche Interaktion ein neues Bewusstsein für die Fragilität von Identität zu entwickeln.